Die junge äthiopische NRO TOGETHER! wurde 2012 von einer engagierten Gruppe von Äthiopiern und Deutschen in Addis Abeba gegründet.  Das Projekt unterstützt extrem arme blinde und sehbehinderte Menschen mit einem ganzheitlichen Programm, das ihnen hilft, langfristig ein eigenständiges Leben zu führen.

Blinde Menschen in Äthiopien erfahren aufgrund ihrer eingeschränkten Sehfähigkeit fast durchgängig Marginalisierung und Benachteiligung. Viele von ihnen leben in großer Armut. Together! zielt durch einen ganzheitlichen Handlungsansatz darauf, die Chancen von sehgeschädigten Menschen in Bildung und Beruf in Äthiopien zu verbessern.

Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Förderung alleinerziehender Mütter. Viele von ihnen waren aufgrund ihrer Behinderung gezwungen, auf der Straße zu leben und zu betteln. Einige sind stark traumatisiert. Das Projekt bietet ihnen und ihren Kindern Obhut, psychologische Betreuung und unterstützt sie dabei, einen Beruf zu erlernen. Sehr junge Kinder werden in einer projekteigenen Tagesbetreuung betreut, den älteren wird Schulbesuch ermöglicht. Dass Projekt begleitet die jungen Mütter, bis sie soweit in die Gesellschaft integriert sind, dass sie eigenständig für sich und ihre Kinder sorgen können.

Seit Juni 2013 verfügt das Projekt über ein angemietetes Haus in Semien Mezagacha, einem Stadtteil von Addis Abeba, in dem die sehbehinderten Menschen leben.  In dem Haus sind Schulungsräume, Büros und das Frauenhaus für erblindete Frauen und Mütter mit ihren Kindern untergebracht.

Nasrin Siege, die bis 2016 in Äthiopien lebte, hat das Projekt von Anfang seines Bestehens begleitet. Hilfe für Afrika e.V. unterstützt es seit Ende des Jahres 2012.

Hilfe für Afrika unterstützte zu Beginn vor allem das Frauenhaus von Together! finanziell und mit Beratung durch Nasrin Siege. Bereits 2015 konnte Hilfe für Afrika e.V. einen großen Teil der laufenden Kosten des Gesamtprojekts und den Kauf eines Minibusses finanzieren, das dem Projekt seit  2016 zur Verfügung steht.
Seit 2016 ist Hilfe für Afrika e.V. in der Lage, einen Großteil der Gesamtkosten des Projekts zu finanzieren.  Seit 2014 unterstützt Hilfe für Afrika e.V. das Projekt zudem bei der Finanzierung der Ausbildungskosten von sehbehinderten Frauen im Projekt.
Darüber hinaus konnte HfA das Projekt mit Sachspenden und der Finanzierung eines Tanzprojekts unterstützen.

Maßnahmen zur Prävention von Erblindung von gefährdeten Kindern in Addis Abeba

Das Projekt begann im Januar 2019 mit dem Ziel, in den 3 Bezirken von Addis Abeba, in denen Together! arbeitet, die Lebensbedingungen von Schulkindern, die von Sehbehinderungen bedroht sind, zu verbessern.

Es richtet sich mit seinen Maßnahmen an die Familien der Kinder mit Augenproblemen, um deren Hygiene und Sauberkeit zu Hause positiv zu verändern. Hierzu hat Together! mit den Schul- und Gesundheitseinrichtungen im Projektgebiet zusammengearbeitet. Die Aktivitäten umfassen integrierte Präventionsberatung und medizinische Versorgung. Die direkten Zielgruppen des Projekts sind 500 von Sehbehinderung bedrohte Kinder und ihre Familien (ca. 300), sowie indirekt 10 ausgewählte Schulgemeinschaften, 10 Schulgesundheitsclubs und drei Gesundheitszentren/Krankenhäuser für die drei Bezirke.

Die von uns bereit gestellte Gesamtprojektsumme beträgt EURO 57.702,00. HfA hat bei der Schmitz-Stiftung, die den BMZ/NRO Kleinprojekte-Fonds verwaltet, eine staatliche Zuwendung von EURO 43.276.50 beantragt und erhalten. Die Differenz trägt HfA aus Eigenmitteln, davon 7500 EURO als Spende des Rotary Clubs Fränkische Schweiz.

500 Kinder nahmen an den Augenuntersuchungen teil, mehrere Kinder wurden zur weiteren Untersuchung an staatliche Krankenhäuser überwiesen. 300 begünstigte Familien erhielten erfolgreich Schulungen zur häuslichen Hygiene sowie Hygieneartikel.

Das Training in Hygiene und häuslicher Sauberkeit trägt maßgeblich dazu bei, das Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen mangelnder Hygiene und Sehbehinderung bei den Familien, aber auch bei den Kindern zu schärfen. Eine Evaluierung hat bestätigt, dass Hygiene und Sauberkeit in den Familien der von Sehbehinderung bedrohten Kindern verbessert wurden.

Ursprünglich war das Projekt für den Zeitraum vom 1. Februar 2019 bis zum 31. Januar 2020 geplant. Es ergaben sich jedoch Verzögerungen, die eine Verlängerung um zwei Monate notwendig machten. Im März 2020 kamen jedoch wegen der Corona-Pandemie das öffentliche Leben in Addis Abeba zum Erliegen, so dass unser Abschlussbesuch nicht stattfinden konnte. Eine Fortführung des Projekts ist geplant, aber die Ausarbeitung eines Vorschlags ist wegen des Corona-Lockdowns derzeit nicht möglich.

Medizinische Untersuchung
Unterricht in Identifikation von Gesundheitsproblemen des Auges
Augenuntersuchung
Hygieneartikel

© “Together!”

 

Lesen Sie hier mehr zu dem Projekt:

Together im äthiopischen Fernsehen
https://www.youtube.com/watch?v=UcFqCIj-GCI

https://www.youtube.com/watch?v=d6K3J-rWn84

Website Together! Äthiopien
together-et.org

TOGETHER! Rehabilitative Shelter for Women with Visual Impairment and their Children

Case Studies – Leben als blinde Frauen in Äthiopien von Nathaly Kleist (zuerst erschienen in der Afrika Post) (zuerst erschienen in der Afrika Post) – PDF

Leben als blinder Mensch in Äthiopien – der Kreislauf aus Armut und Behinderung
Leben als blinder Mensch in Äthiopien  (von Nathaly Kleist, 17. Mai 2013, TOGETHER! Ethiopian Residents Charity Organization)

Info Flyer Together
TOGETHER flyer03_06_Final PDF, 708KB

12045615_551243121702186_5895522739146373206_o
Kinder spielen_a
_Tanzgruppe_2
Teacher_Students3